Ratgeber
Ratgeber zu Automatisierung, KI und Websites
Was Auftraggeber vor einem Automatisierungs- oder Webprojekt wissen wollen: Kosten, Toolauswahl, Relaunch und was sich tatsächlich automatisieren lässt. Mit Zahlen und Quellen, nicht mit Versprechen.
Ein n8n Freelancer in Deutschland kostet im Jahr 2026 üblicherweise zwischen 75 und 147 € pro Stunde. Der Median für IT-Freelancer im DACH-Raum liegt laut Freelancer-Kompass 2026 bei 95 € pro Stunde; die Erhebung weist Deutschland, Österreich und die Schweiz nicht getrennt aus. Mein eigener Satz liegt bei 80 bis 120 € nach Absprache und je nach Projektumfang.
n8n selbst kostet wenig: In der Cloud beginnt es laut n8n bei 20 € im Monat für 2.500 Ausführungen, die Community Edition zum Selbsthosten ist kostenlos (Stand Oktober 2026). Teurer als die Software ist fast immer die Umsetzung. Eine Rechnungsprüfung mit KI lag in einem meiner Angebote bei rund 5.000 € einmalig und 30 bis 55 € im Monat für die beteiligten Anbieter.
Eine Firmen-Website kostet 2026 beim Freelancer meist 800 bis 5.000 € und bei einer Agentur 3.600 bis 18.000 €, so die Preisübersicht der Agentur RHEINSPACE (Stand Juni 2026). Ein Relaunch mit SEO-Migration liegt laut der Agentur Adfera bei 8.000 bis 20.000 € (Stand Oktober 2026), ein individuell entwickeltes Buchungssystem beginnt laut Shopboostr bei etwa 10.000 € (Stand Februar 2026). Ich baue Firmen-Websites ab 2.900 € und Relaunches ab 3.900 €. Als Kleinunternehmer nach § 19 UStG berechne ich keine Umsatzsteuer, alle Preise sind Endpreise.
Barrierefrei sein muss eine Website nach dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) seit dem 28. Juni 2025, wenn Verbraucher über sie einen Vertrag abschließen können, etwa in einem Onlineshop oder bei einer Online-Buchung. Ausgenommen sind Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen erbringen, also weniger als zehn Beschäftigte und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme (§ 2 Nr. 17 und § 3 Abs. 3 BFSG). Reine Firmen- und Informationsseiten ohne Vertragsabschluss fallen in der Regel nicht darunter.
n8n, Make und Zapier im Vergleich
Toolauswahl
Zapier ist am schnellsten eingerichtet, Make ist am visuellsten, n8n ist am flexibelsten und als einziges der drei self-hosted betreibbar. Der praktisch wichtigste Unterschied ist die Abrechnung: n8n zählt eine Workflow-Ausführung, Make zählt jede einzelne Operation darin.
Recruiting mit n8n automatisieren
Recruiting
Im Recruiting lassen sich Bewerbungseingang, Datenpflege, Terminierung und Statuskommunikation automatisieren, die Auswahlentscheidung nicht. In den von mir automatisierten Prozessen ruft eine KI-Assistentin neue Bewerber wenige Minuten nach dem Eingang an, statt wie früher am selben Tag, und GPT wertet rund 1.900 Anrufe im Monat aus.
Die Hochrisiko-Pflichten des AI Act für KI in der Bewerberauswahl gelten erst ab dem 2. Dezember 2027. Die Verordnung (EU) 2026/1744, veröffentlicht am 24. Juli 2026, hat die ursprüngliche Frist des 2. August 2026 um sechzehn Monate verschoben. Wer daraus schließt, KI im Recruiting sei bis dahin unreguliert, irrt an der teuersten Stelle: Emotionserkennung im Bewerbungsverfahren ist seit dem 2. Februar 2025 verboten, und der Bußgeldrahmen dafür beträgt bis zu 35 Millionen Euro oder 7 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Ein KI-Telefonagent kostet 2026 je nach Anbieter und Ausstattung zwischen 0,05 und 0,31 US-Dollar pro Gesprächsminute, jeweils Listenpreis und ohne Telefonie, am unteren Ende sogar ohne Sprachmodell, Spracherkennung und Sprachausgabe. Was über den Erfolg entscheidet, steht aber auf keiner Preisseite. Retell AI und Vapi verarbeiten nach ihrer eigenen Dokumentation nicht in der EU. Am Telefon liegt die Wortfehlerrate für Deutsch bei 12 bis 23 Prozent statt der rund 5 Prozent aus den Ranglisten. Und wer ein Gespräch ohne Einwilligung aufzeichnet, erfüllt in Deutschland einen Straftatbestand mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe.
Ein Website-Relaunch kostet Platzierungen, wenn alte Adressen ins Leere laufen. Google empfiehlt, jede alte Adresse per dauerhafter Weiterleitung (301 oder 308) direkt auf ihre neue Entsprechung zu leiten und diese Weiterleitungen mindestens ein Jahr bestehen zu lassen (Google Search Central, Stand August 2026). Vorübergehende Schwankungen in den Platzierungen nennt Google dabei normal.
