Recht

KI im Recruiting und der AI Act

Die Hochrisiko-Pflichten des AI Act für KI in der Bewerberauswahl gelten erst ab dem 2. Dezember 2027. Die Verordnung (EU) 2026/1744, veröffentlicht am 24. Juli 2026, hat die ursprüngliche Frist des 2. August 2026 um sechzehn Monate verschoben. Wer daraus schließt, KI im Recruiting sei bis dahin unreguliert, irrt an der teuersten Stelle: Emotionserkennung im Bewerbungsverfahren ist seit dem 2. Februar 2025 verboten, und der Bußgeldrahmen dafür beträgt bis zu 35 Millionen Euro oder 7 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Stand: 29. Oktober 2026Von Muhamed Nur Beck

Gelten die AI-Act-Pflichten für Recruiting-KI schon?

Nein, die Pflichten für eigenständige Hochrisiko-KI-Systeme nach Anhang III Nummer 4, also für KI in Beschäftigung und Personalmanagement, gelten erst ab dem 2. Dezember 2027. Rechtsgrundlage der Verschiebung ist die Verordnung (EU) 2026/1744, die Digital-Omnibus-Verordnung zur KI, veröffentlicht am 24. Juli 2026 und in Kraft seit dem 27. Juli 2026. Ursprünglich war der 2. August 2026 vorgesehen.

Verschoben wurde der komplette Pflichtenkatalog für Hochrisiko-Systeme, die Artikel 6 bis 27 der KI-Verordnung: Risikomanagement, Datenqualität, technische Dokumentation, Protokollierung, menschliche Aufsicht und Konformitätsbewertung.

Prüfen Sie deshalb bei jeder Checkliste und jedem Fachbeitrag zuerst das Standdatum: Alles, was vor August 2026 entstanden ist, nennt für das Recruiting noch die alte Frist. Verbindlich sind ohnehin nur die im Amtsblatt veröffentlichten Fassungen.

Was wann gilt, Stand August 2026
  1. 02.02.2025gilt

    Verbote gelten

    Darunter Emotionserkennung im Bewerbungsverfahren und biometrische Kategorisierung (Art. 5).

  2. 27.07.2026gilt

    Digital Omnibus in Kraft

    Die Verordnung (EU) 2026/1744 verschiebt die Hochrisiko-Pflichten.

  3. 29.07.2026gilt

    Bundesnetzagentur zuständig

    Das KI-MIG benennt sie als Marktüberwachungsbehörde.

  4. 02.08.2026gilt

    KI muss sich zu erkennen geben

    Transparenzpflicht nach Art. 50, ausdrücklich nicht verschoben.

  5. 02.12.2027folgt

    Hochrisiko-Pflichten für Recruiting-KI

    Anhang III Nr. 4, die Artikel 6 bis 27.

  6. 02.08.2028folgt

    KI in regulierten Produkten

    Anhang I, etwa Maschinen und Medizinprodukte; fürs Recruiting ohne Bedeutung.

Was ist im Bewerbungsverfahren schon heute verboten?

Emotionserkennung ist verboten, und zwar seit dem 2. Februar 2025. Artikel 5 Absatz 1 Buchstabe f der KI-Verordnung untersagt den Einsatz von KI-Systemen, die Emotionen einer natürlichen Person am Arbeitsplatz ableiten. Das steht im selben Katalog wie Social Scoring: Diese Praktiken werden nicht reguliert, sondern untersagt.

Dass das Bewerbungsverfahren als Arbeitsplatz zählt, hält die Europäische Kommission in ihren Leitlinien zu verbotenen KI-Praktiken, C(2025) 5052 final vom 29. Juli 2025, ausdrücklich fest (Randnummer 254): „Der Einsatz von Emotionserkennungssystemen während des Einstellungsverfahrens ist verboten.“ Die Leitlinien binden Gerichte nicht, verbindlich auslegen kann die Verordnung nur der Europäische Gerichtshof; sie sind aber der Maßstab, an dem sich die Aufsichtsbehörden orientieren.

Was im Bewerbungsverfahren verboten ist und was nicht (Stand August 2026)
KriteriumBewertungGrundlage
Gefühle aus Mimik oder Stimme ableiten, etwa im Video-Interviewverboten seit 02.02.2025Art. 5 Abs. 1 lit. f; Leitlinien Rn. 254
Aus Bild und Ton auf Ethnie, Religion, Gewerkschaft oder sexuelle Orientierung schließenverbotenArt. 5 Abs. 1 lit. g
Stimmung aus geschriebenem Text ableitennicht von diesem Verbot erfasst, andere Regeln geltenLeitlinien Rn. 250 und 251
Nur Sprechpausen zählen, ohne auf Gefühle zu schließenkeine EmotionserkennungErwägungsgrund 18
Medizinprodukte mit CE-Kennzeichnung, Schutz von Leben und Gesundheitenge AusnahmeLeitlinien Rn. 257 und 258

Fällt die Auswertung von Video-Interviews darunter?

Die Auswertung von Mimik und Stimme fällt unter das Verbot, die reine Textanalyse nicht. Die Grenze verläuft an den biometrischen Daten: Artikel 3 Nummer 39 der KI-Verordnung, anwendbar seit dem 2. Februar 2025, setzt für ein Emotionserkennungssystem biometrische Daten voraus. Die Kommission legt das Verbot entsprechend aus, obwohl der Wortlaut des Artikel 5 Absatz 1 Buchstabe f diese Definition nicht ausdrücklich in Bezug nimmt (Randnummern 244 und 245 der Leitlinien). Wer aus Gesichtsausdruck oder Stimmlage auf Motivation, Belastbarkeit oder Persönlichkeit schließt, arbeitet mit biometrischen Daten und ist erfasst.

Die klassische Stimmungsanalyse einer schriftlichen Bewerbung arbeitet nicht mit biometrischen Daten und fällt deshalb nicht unter dieses Verbot (Randnummern 250 und 251). Unbedenklich ist sie damit nicht: Sobald sie Bewerber bewertet oder in eine Rangfolge bringt, greifen die übrigen Regeln.

Daneben untersagt Artikel 5 Absatz 1 Buchstabe g die biometrische Kategorisierung, also Rückschlüsse aus biometrischen Daten auf Ethnie, politische Einstellung, Gewerkschaftszugehörigkeit, religiöse oder weltanschauliche Überzeugung, Sexualleben oder sexuelle Orientierung. Ein Video-Interview liefert genau die Datenbasis dafür. Lassen Sie sich vom Anbieter schriftlich bestätigen, welche Merkmale sein System aus Bild und Ton ableitet und dass keine dieser Kategorien darunter ist.

Begründet hat der Gesetzgeber das Verbot in Erwägungsgrund 44 mit ernsthaften Zweifeln an der wissenschaftlichen Grundlage solcher Systeme, weil Emotionsausdruck zwischen Kulturen, Situationen und sogar bei derselben Person erheblich variiert.

Haftet der Arbeitgeber auch bei zugekaufter Software?

Ja, der Arbeitgeber haftet auch bei zugekaufter Software. Randnummer 243 der Kommissionsleitlinien C(2025) 5052 final vom 29. Juli 2025 stellt klar, dass das Verbot Anbieter und Betreiber gleichermaßen trifft, jeweils in ihrem Verantwortungsbereich. Wer ein fertiges Emotionserkennungstool im Bewerbungsverfahren einsetzt, ist selbst Adressat und kann sich nicht darauf berufen, das System nicht entwickelt zu haben.

Für Verstöße gegen Artikel 5 liegt der Bußgeldrahmen nach Artikel 99 Absatz 3 bei bis zu 35 Millionen Euro oder 7 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes, je nachdem, welcher Betrag höher ist; das ist die höchste Stufe der Verordnung. Für kleine und mittlere Unternehmen einschließlich Start-ups gilt nach Artikel 99 Absatz 6 der jeweils niedrigere Wert. Die engere Deckelung für kleine Midcap-Unternehmen aus dem neuen Absatz 6a greift bei Verstößen gegen Artikel 5 nicht.

Höchstbußgelder im Vergleich, in Millionen Euro
  • Verbotene Praktiken, Art. 535 Mio. € oder 7 %
  • Betreiber- und Transparenzpflichten15 Mio. € oder 3 %
  • Verweigerte Erklärung nach Art. 86, § 15 KI-MIG50.000 €

Art. 99 Abs. 3 und 4 KI-Verordnung, jeweils der höhere Betrag; § 15 KI-MIG. Für kleine und mittlere Unternehmen gilt nach Art. 99 Abs. 6 der niedrigere Betrag.

Unabhängig davon greift das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Auch eine diskriminierende Vorauswahl durch zugekaufte Software befreit den Arbeitgeber nicht von der Haftung gegenüber der abgelehnten Person. Die Auslagerung verlagert das Risiko technisch, nicht rechtlich.

Muss man Bewerber informieren, wenn eine KI mit ihnen spricht?

Ja, seit dem 2. August 2026 muss für die betroffene Person erkennbar sein, dass sie mit einem KI-System spricht. Das verlangt Artikel 50 der KI-Verordnung. Diese Frist wurde vom Digital Omnibus ausdrücklich nicht verschoben, wie die Europäische Kommission in ihren FAQ vom Juli 2026 bestätigt hat. Der Bußgeldrahmen liegt nach Artikel 99 Absatz 4 Buchstabe g bei bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Normadressat des Artikel 50 Absatz 1 ist der Anbieter des Systems, und die Pflicht entfällt, wenn die KI-Natur ohnehin offensichtlich ist. Wer ein zugekauftes System unter eigenem Namen einsetzt oder wesentlich verändert, gilt nach Artikel 25 Absatz 1 aber selbst als Anbieter. Verlangen Sie den Hinweis deshalb vertraglich vom Anbieter und verankern Sie ihn im eigenen Gesprächsleitfaden.

Praktisch ist das der billigste Teil der ganzen Verordnung: ein Satz zu Gesprächsbeginn, vor der ersten inhaltlichen Frage. Teuer wird es nur, wenn er fehlt.

„Sie sprechen mit einem KI-Assistenten.1 Auf Wunsch verbinde ich Sie mit einem Mitarbeiter.2“

  1. 1Die Pflicht: erkennbar machen, dass eine KI spricht. Art. 50 Abs. 1 KI-Verordnung, seit dem 2. August 2026.
  2. 2Der Ausweg: Wer lieber mit einem Menschen spricht, wird verbunden.

Was gilt im Recruiting unabhängig vom AI Act?

Das meiste gilt schon lange: die DSGVO seit dem 25. Mai 2018, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz seit dem 18. August 2006 und, wo ein Betriebsrat besteht, das Betriebsverfassungsgesetz. Eine vollautomatisch erzeugte Absage ohne menschliche Beteiligung ist damit seit Jahren angreifbar, und wer nicht erklären kann, wie sein Modell zu seiner Reihenfolge kommt, führt den Entlastungsbeweis nach § 22 AGG nicht.

Beim Betriebsrat lohnt ein genauer Blick: Mitbestimmungspflichtig nach § 87 Absatz 1 Nummer 6 BetrVG wird ein Auswahlsystem nicht schon, weil es Bewerber bewertet, denn Bewerber sind noch keine Arbeitnehmer. Es wird es, sobald es objektiv geeignet ist, auch Verhalten oder Leistung der eigenen Beschäftigten zu erfassen, etwa weil Recruiter darin protokolliert werden.

Regeln, die für KI im Recruiting schon heute gelten
KriteriumWas daraus folgt
Art. 22 DSGVO, seit 25.05.2018Keine ausschließlich automatisierte Entscheidung mit erheblicher Wirkung, außer bei Vertrag, Rechtsvorschrift oder ausdrücklicher Einwilligung. Schon ein Score kann eine solche Entscheidung sein, wenn er das Ergebnis maßgeblich bestimmt (EuGH, C-634/21, 7. Dezember 2023).
§ 3 Abs. 2 AGGMittelbare Benachteiligung: Ein neutral wirkendes Kriterium darf eine geschützte Gruppe nicht systematisch schlechter stellen.
§ 22 AGGTrägt eine abgelehnte Person Indizien vor, muss der Arbeitgeber beweisen, dass keine Benachteiligung vorlag.
§ 15 AGGEntschädigung bis zu drei Monatsgehältern, wenn die Person ohnehin nicht eingestellt worden wäre, sonst ohne Obergrenze; geltend zu machen binnen zwei Monaten ab Zugang der Absage.
§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVGZustimmung des Betriebsrats, sobald das System auch Verhalten oder Leistung der Beschäftigten erfassen kann.
§ 90 Abs. 1 Nr. 3 BetrVGRechtzeitige Unterrichtung und Beratung über die Planung des Verfahrens.
§ 95 Abs. 2a BetrVGAuswahlrichtlinien sind zustimmungspflichtig, auch wenn bei ihrer Aufstellung KI zum Einsatz kommt.

Wer beaufsichtigt das in Deutschland?

Die Bundesnetzagentur beaufsichtigt die KI-Verordnung in Deutschland. Das KI-Marktüberwachungs- und Innovationsförderungsgesetz vom 22. Juli 2026, kurz KI-MIG, ist am 29. Juli 2026 in Kraft getreten und benennt sie in § 2 Absatz 1 als allgemein zuständige Marktüberwachungsbehörde. Deutschland hat die unionsrechtliche Frist zur Benennung, den 2. August 2025, damit um knapp ein Jahr verfehlt.

Für Recruiting sind zwei Vorschriften dieses Gesetzes relevant. § 8 richtet bei der Bundesnetzagentur eine zentrale Beschwerdestelle ein, an die sich auch abgelehnte Bewerberinnen und Bewerber wenden können. Und § 15 ahndet bestimmte Verstöße als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro. Dazu gehört ausdrücklich der Fall, dass ein Unternehmen einer abgelehnten Person die nach Artikel 86 Absatz 1 der KI-Verordnung geschuldete Erklärung verweigert.

Die Aufsicht ist nicht vollständig zentralisiert: § 2 Absätze 2 bis 8 weisen sektorale Zuständigkeiten zu, etwa der BaFin für beaufsichtigte Finanzdienstleistungen und den Landesbehörden für öffentliche Stellen.

Was sollten Arbeitgeber bis Dezember 2027 vorbereiten?

Eine Bestandsaufnahme zuerst, denn in den meisten Recruiting-Prozessen laufen mehr Modelle mit, als die Beteiligten wissen. Die Frage ist nicht, ob KI im Einsatz ist, sondern welche Entscheidung sie trifft und wer sie danach noch prüft.

In dieser Reihenfolge

  1. 1

    Bestandsaufnahme

    Abgleich im Bewerbermanagement, Rangfolge im Jobportal, Vorqualifizierung im Chat: Welches Modell entscheidet was, und wer prüft danach?

  2. 2

    Emotionserkennung abschalten, heute

    Alles, was im Bewerbungsverfahren Gefühle aus Gesicht oder Stimme ableitet, ist schon verboten, ausnahmslos.

  3. 3

    Jede Absage entscheidet ein Mensch

    Mit Kenntnis des Falls und der Befugnis, das Modell zu überstimmen.

  4. 4

    Merkmale der Rangfolge festhalten

    Genau danach fragt § 22 AGG, sobald eine abgelehnte Person Indizien vorträgt.

  5. 5

    Betriebsrat an den Anfang

    Nicht ans Ende des Projekts.

Wer das bis Ende 2027 stehen hat, muss im Dezember 2027 nicht umbauen, sondern nur dokumentieren. Das ist der Unterschied zwischen einer Frist und einem Problem.

Dieser Text ordnet die Rechtslage zum Stand August 2026 ein und ersetzt keine Rechtsberatung. Für die verbindliche Beurteilung eines konkreten Auswahlverfahrens ist anwaltlicher Rat einzuholen.

Welche Norm im Recruiting wann greift (Stand: August 2026)
KriteriumGilt seit oder abBußgeldrahmen
Verbot der Emotionserkennung, Art. 5 Abs. 1 lit. f KI-VO2. Februar 2025bis 35 Mio. € oder 7 % des Jahresumsatzes (Art. 99 Abs. 3 KI-VO)
Transparenzpflicht bei KI-Kontakt, Art. 50 KI-VO2. August 2026bis 15 Mio. € oder 3 % des Jahresumsatzes (Art. 99 Abs. 4 KI-VO)
Erläuterung an abgelehnte Personen, Art. 86 KI-VO2. August 2026bis 50.000 € als Ordnungswidrigkeit (§ 15 KI-MIG)
Hochrisiko-Pflichten Recruiting, Anhang III Nr. 4 KI-VO2. Dezember 2027bis 15 Mio. € oder 3 % des Jahresumsatzes (Art. 99 Abs. 4 KI-VO)
Automatisierte Einzelentscheidung, Art. 22 DSGVO25. Mai 2018bis 20 Mio. € oder 4 % des Jahresumsatzes (Art. 83 Abs. 5 lit. b DSGVO)
Benachteiligungsverbot, §§ 3, 7 AGG18. August 2006Entschädigung, bei aussichtsloser Bewerbung höchstens drei Monatsgehälter (§ 15 Abs. 2 AGG)

Häufige Fragen

Ist ein Lebenslauf-Parser Hochrisiko-KI?

Anhang III Nummer 4 erfasst KI, die Bewerbungen analysiert, filtert oder Kandidaten bewertet. Ob ein konkretes System deshalb Hochrisiko ist, entscheidet aber Artikel 6 Absatz 3: Systeme, die nur eine eng gefasste Verfahrensaufgabe oder eine rein vorbereitende Aufgabe erfüllen und kein erhebliches Grundrechtsrisiko bergen, fallen heraus. Ein Parser, der Felder ausliest, ohne eine Rangfolge oder Eignungsaussage zu erzeugen, kann darunter fallen; ein Matching-Score kaum. Die Einstufung muss der Anbieter dokumentieren, und die daran hängenden Pflichten greifen ohnehin erst am 2. Dezember 2027.

Darf ein KI-Agent Bewerber anrufen?

Ja, mit Hinweis zu Gesprächsbeginn. Zwei Details gehen dabei oft unter: Der Hinweis muss vor der ersten inhaltlichen Frage fallen, nicht am Ende, und er gilt für Chat und Messenger genauso wie fürs Telefon. Nicht erlaubt bleibt in jedem Fall, aus Stimmlage oder Sprechweise auf Emotionen zu schließen. Das fällt unter das Verbot des Artikel 5 Absatz 1 Buchstabe f, das seit dem 2. Februar 2025 gilt.

Was passiert, wenn ein abgelehnter Bewerber Auskunft verlangt?

Er kann sich auf Artikel 15 DSGVO stützen und auf Artikel 86 der KI-Verordnung, der seit dem 2. August 2026 gilt und vom Digital Omnibus nicht verschoben wurde. In Deutschland ist das Verweigern dieser Erläuterung nach § 15 KI-MIG eine Ordnungswidrigkeit mit bis zu 50.000 Euro. Unabhängig davon kehrt § 22 AGG die Beweislast um, sobald Indizien für eine Benachteiligung vorgetragen sind.

Gilt das auch für kleine Unternehmen?

Verbote und Pflichten gelten unabhängig von der Größe. Nur beim Bußgeld wird unterschieden: Bei kleinen und mittleren Unternehmen einschließlich Start-ups gilt nach Artikel 99 Absatz 6 der niedrigere der beiden Werte, und zwar für alle Bußgeldstufen. Für kleine Midcap-Unternehmen hat die Digital-Omnibus-Verordnung mit Artikel 99 Absatz 6a eine engere Deckelung ergänzt: Sie greift nur bei den Bußgeldern nach Absatz 4 und 5, nicht bei Verstößen gegen die Verbote des Artikel 5.

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